Ben Wirth – Let’s Talk About Light!

OLED Lichtinstallation Cluster+ von Ben Wirth bei Stemmer Imaging in München.
(Fotos Simone Naumann)

Im Rahmen der Munich Creative Business Week präsentierte der Licht- und Leuchte-Designer Ben Wirth seine Vorstellungen über die Zukunft der Lichttechnik. Der gelernte Schreiner und Diplom Ingenieur sieht nach dem Aus für die Glühbirne die Lichttechnik und Lichtplanung vor dem größten Umbruch seit ihrer Erfindung durch Sir Thomas Edison im 19. Jahrhundert.

Ben Wirth ist überzeugt, dass die Zukunft der Lichttechnik von LEDs und OLEDs bestimmt wird.In der Effizienz hat die LED die Glühbirne bereits heute um Längen überflügelt. Auch tageslicht-ähnliche Spektren können mit der LED problemlos erzeugt werden, etwa um ein vitales Arbeitsklima schaffen. Die punktuelle LED und in der Folge die flächig strahlende OLED (Organic Light Emitting Diode) bieten heute völlig neue Möglichkeiten in der Lichtgestaltung.

„Fenstergroße OLEDs, die auf Knopfdruck zu leuchten beginnen, industriell hergestellt, darauf liegt heute der Fokus der Lichtforschung“, schrieb Dirk Asendorpf  bei  ZEIT online am 11.02.2013. Die Frage jedoch ist, wie geht das Design heute mit den nach wie vor hohen Anschaffungskosten um? Wie sieht in Zukunft die Alternative zu Licht und Design aus, wie wir es kennen?

 

Evangelische Kirche in Melsungen,  *Track Installation von Ben Wirth
(Foto Simone Naumann).

Der Architekt und Lichtdesigner Ben Wirth erkannte schon früh das Potential, das in der neuen Technologie steckt. Dabei vertritt er stets einen Ansatz, der von den gestalterischen Prozessen in der Architektur geprägt ist: „Ich interpretiere den Raum durch Licht, betone besondere Eigenschaften des Raumes. Die Leuchten und Installationen sollen ein Blickfang sein, sich aber gleichzeitig so in den Raum integrieren, als wären sie speziell
für ihn entworfen worden.“

Der Wunsch nach Ästhetik, Effizienz im energetischen wie im qualitativen Sektor und das
Wohlbefinden des Menschen im individuellen Raum inspiriert Ben Wirth bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner Leuchten und modularen  Lichtsysteme wie Cluster+ und *Track.

Der Architekt und Lichtdesigner Ben Wirth (Foto Simone Namann).

Cluster+ ist ein modulares System, das wahlweise mit LED oder OLED bestückt werden kann und der veränderten Raumwahrnehmung durch die neuen Leuchtmittel Rechnung trägt. Cluster+ kann nach dem Baukastenprinzip variabel zusammengesetzt werden und besteht hauptsächlich aus dem Trägermaterial (Leiterplatten), Verbindern, dem OLED-Modul und / oder LED-Modul. Mit Cluster+ werden die beiden Leuchtmittel OLED und LED mit ihren jeweiligen Vorteilen genutzt und in einem System ideal vereint. Die LED
konzentriert ihre Lichtleistung auf einen winzigen Punkt; bei der OLED-Technologie werden ganze Flächen zum Leuchten gebracht. Daraus ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Während man bei den LEDs durch den Einsatz von lichtbündelnden Linsen zielgerichtetes Licht auf einer Fläche erzeugen kann, ist die OLED eher dazu geeignet, ein gleichmäßiges Grundlicht im Raum zu verteilen. benwirth licht bietet fertige Leuchtensets an; zusätzlich hat der Kunde die Möglichkeit, seine Leuchte nach eigenen Bedürfnissen individuell zu gestalten. Mit jeder neuen Gestaltung im Wohnbereich privater Häuser oder im öffentlichen Raum in Shops, Büros und Hotels werden neue Anwendungsmöglichkeiten sichtbar.

 

Cluster+ neueste Anwendungen

2012 inszenierte Ben Wirth das Treppenhaus der Stemmer Imaging GmbH in Puchheim: Stemmer Imaging, Europas größter Lieferant für Bildverarbeitungstechnologien, suchte nach einer spannenden und modernen Lichtinstallation. Ben Wirth fand in der Flexibilität der Cluster-Module eine eindrucksvolle Lösung: Die Lichtskulptur bildet ein Zentrum, das sich von unten bis oben durchs Treppenauge zieht, die Etagen miteinander verbindet. Hundert Cluster-Module sind an hundert Seilen im Treppenauge in unterschiedlichen Höhen positioniert, die Seile durch lange, schlanke Gewichte zum Boden gespannt. Den
Abschluss am Dach bildet eine schwarz eloxierte Aluminiumplatte. Bei der Anordnung der Module entsteht eine Gegenbewegung zur vorhandenen Laufrichtung der Treppe, wodurch das Auf- und Absteigen symbolisiert ist. Aus der Ferne betrachtet scheinen die einzelnen Cluster zu schweben. Bei hundert Cluster-Modulen erreicht die Lichtinstallation 28.000 Lumen bei 600 W. Die einzelnen Module mit unterschiedlicher Lichtrichtung werden mit einem Zufallsgenerator geschaltet, unter Berücksichtigung der Tages- und Jahreszeiten.

Murat Deckenleuchte (Foto Robert Pupeter).

*Track und *Track Wall sind ebenfalls modulare LED-Lichtsysteme für Decke oder Wand. Das System besteht aus zwei Ebenen, der stromleitenden Trägerstruktur und der LED-Lichtquelle. Das Stromverteilungssystem ist eine 1,5 mm flache Struktur aus weiß- silbernem Platinenmaterial. Sie setzt sich aus verschieden langen schlanken Verbindern
und achteckigen Knotenpunkten (Oktogonen) zusammen. Dank eines flexiblen Stecksystems kann die Struktur individuell gestaltet werden. Die Lichtquelle ist eine kleine zweigeteilte Kugel (Ø 28 mm), bestehend aus einer LED (mit Licht bündelnder Linse und transluzenter Kunststoffabdeckung) und einem Kühlkörper in farblos eloxiertem Aluminium. Bereits auf der ersten Munich Creative Business Week 2012 fand Ben Wirths Installation von *Track im Ägyptischen Museum starke Beachtung. Dort stellte die Firma benwirth licht ein 18 m² großes Lichtbild bestehend aus *Track-Komponenten im Bar- und Cafébereich vor.

Ende des Jahres 2012 setzte Ben Wirth erstmals *Track für einen Sakralraum ein, der in der evangelischen Kirche in Melsungen bei Kassel in Zusammenarbeit mit Wolfgang Engelhardt von Licht- und Objektberatung realisiert wurde. Ben Wirth installierte zwei scheinbar im Kirchenraum schwebende *Track-Felder mit jeweils 30 LED-Kugeln als Fläche von circa 2,20 m x 2,80 m.

Für die Munich Creative Business Week hat der Lichtdesigner im Rahmen der Ausstellung ‚MCBW Momente‘ in der Alten Kongresshalle erstmals *Track mit dem modularen Wandsystem ixxi kombiniert, das von den niederländischen Designern der gleichnamigen Firma ixxi design (www.ixxidesign.com) aus hochwertigen synthetischen  Kunststoffplatten entwickelt wurde. Die Installation wird im Rahmen der Ausstellung „MCBW Momente – denkräume für design“ vom 21. bis 24. Februar in der Alten Kongresshalle in München gezeigt.

Die Leuchten von Ben Wirth sind u.a. in dem Münchner Designergeschäft Stein 11 in München-Haidhausen in der Steinstrasse zu kaufen.

http://www.stein11.de/welcome.html

 

www.benwirth.de

 

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