Fujifilm macht die professionelle Fotografie leichter

Fotografen in die Hand gebaut: die Fujifilm GFX100

 

Etwas selbstironisch und mit einem deutlichen Seitenhieb auf die “Vollformat”-Kamera-Anbieter hat Fujifilm bei der Ankündigung seiner GFX100 auf der photokina 2018 deren großen Sensor mit 55mm Diagonale als Supervollformat bezeichnet. Jetzt, wo die neue spiegellose Systemkamera Kamera serienreif ist und neben einem  102-Megapixel-Mittelformatsensor auch eine integrierte Bildstabilisation und einen beschleunigten AF-Steuerung vorweisen kann, präsentiert sie sich tatsächlich als eine Kamera der Superlative für die professionelle Fotografie. Wir hatten Sie kurz in der Hand.

Mit der GFX 100 hat Fujifilm den Maßstab für professionelle Bildqualität nochmals nach oben verschoben. Mit der spiegellosen Systemkamera GFX100 hebt das Unternehmen die professionelle Fotografie auf ein neues technisches Niveau. Das Herzstück ist der 102-Megapixel-Sensor mit der großen Diagonale von 55 mm, der mit seiner 5-Achsen-Bildstabilisation detailreiche, scharfe Fotos auch aus der Hand ermöglicht.
Ich hatte Gelegenheit, die Kamera vorab, bei einer Sneak-Prview am Münchner Flughafen gezeigt zu bekommen und in die Hand nehmen zu können.  Dabei war das Überraschendste für eine Kamera dieser Klasse die kompakte Bauweise, die ergonomische Handhabung und die nahezu selbsterklärende Bedienung.  Sollten die sich Eigenschaften, die Fujifilm seinem neuen Flaggschiff zuschreibt  als voll zutreffend erweisen, handelt es sich bei der neuen Fujifilm GFX100 um eine professionelles, flexibel einsetzbares Werkzeug für Aufnahmen in absoluter Spitzenqualität.

 

Die Fujifilm GFX100 besitzt einen rückseitig belichteten Sensor mit einer übergroßen Diagonalen von 55 Millimetern.

Das Besondere an dem neuen Topmodell der GFX Serie ist neben seiner außergewöhnlichen Foto- und Videoqualität das für diese Kameraklasse überraschend geringe Gewicht und die kompakte Größe. Der hochauflösende BSI-Sensor ist mit 3,76 Millionen Phasendetektions-Pixeln für die AF-Messung versehen. zudem wurde im Vergleich zu vorherigen Modellen der GFX Serie die Autofokus-Geschwindigkeit verdoppelt. Zusätzlich erhielt die Kamera einen kontinuierlichen Autofokus mit AF-Verfolgung für Motive in Bewegung.
Der ins Gehäuse integrierte 5-Achsen-Bildstabilisierungssystem (IBIS) erlaubt eine um bis zu 5,5 EV-Stufen längere Verschlusszeit für verwacklungsfreie Aufnahmen aus freier Hand. außerdem ist die Verschlusseinheit federnd gelagert um zusätzlich die beim Auslösen entstehenden Vibrationen effektiv zu dämpfen.

Auch die Videofähigkeiten können sich sehen lassen: Erstmals in dieser Kameraklasse ermöglicht die GFX100  Bewegtbildaufnahmen in 4K/30p-Auflösung. Im Standardformat 17:9 verwendet die Kamera dabei einen 43,8 × 23,19 mm (49,56 mm diagonal) großen Sensorausschnitt. Dieses Aufnahmeformat ist größer als das vieler aktueller Highend-Cinema-Kameras, sodass es mit der GFX100 möglich ist, hochwertige Bewegtbilder mit geringer Schärfentiefe, großem Dynamikumfang und hoher ISO-Empfindlichkeit aufzunehmen.

Die GFX100 verarbeitet die vom Bildsensor gelieferten Daten auf Basis einer Überabtastung (Oversampling) und rendert die Bilder mit einer Auflösung von circa 50,5 Megapixeln. Sie unterstützt den hocheffizienten H.265/HEVC-Codec sowie die Standards „F-Log“ für eine Gammakurve mit großem Dynamikumfang und „Hybrid Log Gamma (HLG)“ zum einfachen Erstellen von HDR-Aufnahmen. Die GFX100 verfügt zudem als erste Kamera der GFX Serie über die Cinema-Filmsimulation „ETERNA“ für einen filmisch ausdrucksvollen Kino-Look.

Trotz des 1,7-mal größeren Sensors misst die GFX100 nur 156,2 × 163,6 × 102,9 Millimeter und wiegt mit zwei Batterien, Speicherkarte und elektronischem Sucher nur rund 1.400 Gramm. Der eingebaute Hochformatgriff der Kamera sorgt für ein ergonomisches Handling im Quer- und Hochformat. Für die einfache Bedienung sorgen auch die Informationsanzeigen. die auf der Oberseite über ein großes LC-Display und auf der Rückseite unterhalb des großen Monitors über ein zusätzliches Info-Display angezeigt werden. Die Einblendung der Information lääst sich auf allen Displays individuell konfigurieren. So bleiben wesentliche Aufnahmeinformationen immer sichtbar, auch bei Tethered-Shooting-Aufnahmen und ungewöhnlichen Kamerapositionen, die eine Verwendung von Sucher oder Monitor unmöglich machen.

Für Anwender die die analogen Einstellräder Modelle der GFX-Serie schätzen, besitzt die GFX100 eine Anzeigeoption, bei der auf dem Schulterdisplay virtuell große Einstellräder eingeblendet werden, die sich wiederum über das vordere und hintere Steuerrad bedienen lassen.

 

Die Anzeige des Schulterdisplays der GFX100 ist analogen Einstellrädern nachempfunden.

Wie die GFX 50S hat die GFX100 einen abnehmbaren elektronischen Sucher, der sich in Kombination mit dem optionalen Winkel-Adapter EVF-TL1 nach oben schwenken lässt. Der neue Sucher der GFX100 verfügt über ein hochauflösendes OLED-Display mit 5,76 Millionen Bildpunkten. Der Sucher wurde speziell für den 102-Megapixel-Sensor entwickelt und besitzt fünf optische Elemente, darunter eine asphärische Linse, die für eine 0,86-fache Vergrößerung des Sucherbildes sorgen. Je nach Motiv und Aufnahmesituation kann der Anwender zwischen drei Sucher-Modi wählen: „Bildrate Priorität“, „Auflösung Priorität“ und „AF-Geschwindigkeit Priorität“.

Die Gesichtserkennung funktioniert auch über größere Aufnahmeentfernungen, und der AF verfolgt zuverlässig auch Gesichter im Profil sowie Gesichter, die sich sprunghaft im Bildausschnitt bewegen oder teilweise verdeckt sind.

 

Eine effektive 5-Achsige Bildstabilisation unterstützt Fotografen bei Freihandaufnahmen.

Durch die sehr hohe Auflösung des 102-Megapixel-Sensors und der umfassenden Farb- und Kontrastwiedergabe bieten die Bilddaten professionellen Anwendern deutlich mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung. Außerdem bietet die Kamera die neue Funktion „Weiche Haut“, die bei Porträtaufnahmen eine automatische Glättung der Hauttöne bereits in der Kamera vornimmt.

Die GFX100 kann mit zwei Akkus bestückt werden, die mit einer Ladung bis zu  800 Aufnahmen ermöglichen. Über eine USB-Schnittstelle kann die Kamera aufgeladen oder während des Betriebs mit Strom versorgt werden. Zudem lässt sich darüber auch ein externes Power-Pack anschließen.

Als erstes Modell der GFX Serie unterstützt die Kamera den Standard IEE802.11ac 5GHz, der einen schnellen drahtlosen Datentransfer unterstützt.

Merkmale der FUJIFILM GFX100 auf einem Blick:

•    102-Megapixel-Sensor mit einer großformatigen Diagonale von 55 mm
•     X-Prozessor 4
•     Sensorbasierte Bildstabilisierung IBIS
•     Schnelles und präzises Autofokus-System
•     Elektronischer Sucher mit 5,76 Millionen Bildpunkten
•     Klappbares 8,1 cm (3,2 Zoll) Touchscreen-LCD mit 2,36 Millionen Pixeln
•     Zwei Zusatzdisplays zur Einblendungen von Aufnahmeinformationen
•     Professionelle Videoaufnahme in 4K/30p (inkl. F-Log)
•     Wi-Fi-Konnektivität und Fernsteuerung per Smartphone
•     Filmsimulationsmodi (inkl. ETERNA)
•     Blitzschuh für externen Blitz (FUJIFILM TTL)

Die FUJIFILM GFX100 soll ab Ende Juni 2019 in den Handel kommen.

Preis: ca. 11.000 Euro

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