IFA 2011 Der erste Messetag

Die überdimensionale Waschmaschine am Eingang Süd der Berlin Messe täuscht. Die IFA ist keine saubere Sache. Obwohl die Messe von Rekorden spricht und aus allen Nähten platzt, wurde die Infrastruktur vernachlässigt. So rausgeputzt die Aussteller ihre Stände haben, so siffig muten Übergänge, sanitäre Anlagen und andere, die Infrastruktur betreffenden Einrichtungen, inklusive das renovierungsbedürftige ICC, an.

Auch wenn das Drumherum enttäuscht, die Aussteller selbst, präsentieren sich von ihrer besten Seite. Zwar weiß der Besucher nicht immer, ob er im richtigen Film ist, weil neben dem 3D Fernseher plötzlich eine ältere Dame die Vorzüge des jüngsten Dampfbügeleisens demonstriert und neben dem Gamer sich die Fotomarke Rollei und der ADAC präsentiert.
Ganz versteckt auch das wegen Platzmangels im Sommergarten hinter dem Canon Camping-Palast mit Gartenterasse und Restauration für Business Gäste aufgestellte Ausstellungszelt. Dort fanden sich denn auch am Vormittag nur wenige Besucher. Auch hier fanden sich Fotofirmen und Aussteller aus der IT bunt zusammengewürfelt. Doch interessant war, das was der findige Besucher dort vorfand allemal: Fujifilms Fotobuch mit 3D-Umschlag in Lenticular-Technik, Jobo und Vanguard mit innovativem Zubehör wie Stativen, Stativköpfen und 3D-Bilderrahmen, die den Raumeffekt ohne Brille erleben lassen und Plawa mit seinen unter der Marke Polaroid vertriebenen und von Lady Gaga designten Sofortbild-Druckern und Kameras. Die Nikon Burg, kurz Nikon Business Center genannt, hätte allerdings vielleicht besser ins Reseller Zentrum gepasst.

Relaxen bei Sanyo Halle X19 

Relaxen bei Sanyo Halle X19

Menschen mit eingeschränktem, beispielsweise auf Foto und Imanging konzentrierten Interesse haben es schwer auf der IFA. Sie können praktisch in allen Hallen fündig werden. Praktisch für den Besucher ist es dann, wenn Aussteller wie die Vollsortimenter Panasonic, Sony, Samsung oder auch hama gleich ganze Hallen belegen. Dabei präsentierte sich der bisher eher konservativ auftretende Zubehörspezialist hama in auffallend offenen, modernen Ambiente, das die durch die Halle strömenden Zuschauer häufig als Kulisse für ein Erinnerungsfoto nutzten.

Ein echtes Highlight sind gleich daneben in Halle 11 die von Schulklassen und anderen Interessengruppen umlagerten Stände der Technik-Verbände und  Forschungsinstitute wie etwa des Fraunhofer Instituts, wo es beispielsweise Displays zu sehen gab, die auf Basis von Geschlecht, Alter, Kleidung oder Verhalten, des Betrachters herauszufinden versuchen, was er sehen möchte und es ihm auch aus der Datenbank präsentieren. Ein Teufelswerkzeug für die Werbung!

Schulklasse bei Fraunhofer
Angenehme Zukunfstspersektiven präsentierten dagegen die Fraunhofer Forscher mit ihrem “Augmented Reality” Projekt. Sie zeigten ein System, das unterwegs von einem Smartphone aufgenommene Objekte, beispielsweise Gebäude, erkennt und dazu aus Datenbanken Hintergrundinformationen liefert. 

Das chaotische Durcheinander macht die Messe für unvoreingenommene Besucher, die gewillt sind sich auch überraschen zu lassen und nicht branchenblind, fokussiert auf ein Interessengebiet von Halle zu Halle hecheln zu einer riesigen Fundgrube, in der sich auf den zweiten Blick echte Schätze verbergen. Einer davon ist sicherlich das im Sommergarten aufgebaute, großzügige Canon Zelt und seine Außenterasse, in das der Kamerahersteller zum Ausklang der ersten Tages Presse und Freunde geladen hat. Unter dem in der Markenfarbe Rot angestrahlten Funkturm konnten die Gäste eintrittsfrei dem nebenan stattfindenen Konzert von Roland Kaiser lauschen und einen herlichen Sommerabend genießen.

Über die Produktneuheiten aus dem Bedreich Foto berichtet von der IFA live die  Website www.dasfotoportal.de.

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