Kamera imitiert das menschliche Auge

Die “Skandinavische Stiftung für Industrie- und Elektronikforschung” hat gemeinsam mit der norwegischen Optikfirma PoLight eine Kameralinse entwickelt, die wie das menschliche Auge funktikonieren soll. Statt wie bisher in der Optikkonstruktion die verschiedenen Linsen eines Objektivs zu verschieben, verformt sich die neuartige Gel-Linse zum Fokussieren.
Die winzige Linse eignet sich aufgrund ihrer geringen Größe gut für den Einbau in mobile Geräte wie Smartphones. Ihr Durchmesser beträgt nur einen halben Milimeter bei 3,5 Milimeter Länge. Insgesamt besteht die Linse  aus vier aufeinanderliegenden Komponenten.

Für die Außenschicht wird ein Film aus Blei-Zirkonat-Titanat verwendet. Dieser übernimmt die Funktion des “Augenmuskels”. Eine darunterliegende dünne Glasmembran, dient als flexible Linse. Sie wird sozusagen abgepolstert durch eine dritte Ebene aus synthetischem, durchsichtigem Gummi. Für den Zusammenhalt der Gesamtkonstruktion sorgt ein Mantel aus Glas.

Die hauchdünne Außenschicht reagiert piezoelektrisch auf elektrische Impulse und verformt abhängig von der Stromzufuhr die innen liegende Glasschicht. Je nach Wölbung werden so in kürzester Zeit unterschiedliche Fokuspunkte erreicht.
“Die Linse verändert nur die Form, man muss keine schweren Teile mehr hin- und herbewegen”, erklärt Dag Wang, einer der am Projekt beteiligten Forscher. “Sie kann einen kompletten Autofokus-Zyklus in nur 80 Millisekunden durchlaufen.” Bisherige Konstruktionen benötigen dafür eine halbe Sekunde. Durch die neuartige Linsentechnik wird diese Reaktionszeit auf weniger als ein Sechstel reduziert.

Außerdem wird für die Verformung des äußeren Films nur ein Hunderstel der Energie benötigt, die für das Verschieben normaler Linsenelemente nötig wäre.

http://www.polight.no/

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