La Gacilly Photo – Hymne an die Erde


Angestimmt wurde die ‚Hymne an die Erde‘ bereits im letzten Jahr zur Eröffnung der gleichnamigen Open Air Fotoausstellung in La Gacilly, einem kleinem, romantischem  Nukleus der Fotografie in der Bretagne. Nun wurde sie in Baden bei Wien emphatisch fortgesetzt  und feiert dort mit überwältigenden  Installationen in Parks, Gärten und an Hauswänden die verbindende Kraft der Fotografie. Was dort präsentiert wird, ist eine wahre Hymne an die Erde, eine Ode an die Freude, eine erneute Bestätigung, dass Kunst, Sport und Wissenschaft, hocheffektive  Disziplinen zur Inklusion sind, die  unterschiedlichste  Menschen zusammenbringen.

Niemand hatte sich geschont – weder Veranstalter, noch Akteure noch Gäste: der Marsch über den sieben Kilometer langen Kunstparcours durch Parks und Gassen in der Gluthitze des hochsommerlichen Junitages war mehr oder weniger für alle anstrengend. Das festliche Dinner, das gefühlt kurz vor Mitternacht nach einem Celtic Rock-Konzert stattfand, hatte Keiner ausgelassen. Im Gegenteil, der vorangegangene Tag, die vielen Photographers Talks,  die immer wieder aufs Neue überraschenden Fotoinstallationen, die teilweise ganzen Parkalleen folgten, die riesige Hausfassaden bedeckten, die in schier endlos scheinenden Panoramen dem Trampelpfad einer Wiese entlang gingen oder die einfach nur auf einem großen Teich schwammen und dort von Paddlern näher betrachtet wurden, hatten Gesprächsstoff zuhauf geliefert, der einfach unabhängig von der persönlichen Müdigkeit, nach Austausch verlangte.

Und trotzdem traf man schon in den frühen Morgenstunden (fast) Alle wieder, durch die Parks und Gassen schlendernd, um die Erlebnisse des Vortages zu vertiefen. Die Hymne an die Erde, die dort von den über vierzig Fotografen komponiert worden war,  ist allerdings nicht nur eine begeisternde Feier der Schönheit des Planeten. Sie ist zugleich auch eine schonungslose Anklage an ihre Bewohner, die sie mehr ausbeuten, als ihr gut tut.

Die bei La Gacilly Photo gezeigten Bilder sind gleichermaßen begeisternd, wie oft auch schonungslos. Sie lassen sich nicht einfach konsumieren. Sie sind nicht selten schwer verdaulich. Das wird nicht zuletzt durch den Gegensatz zu den romantischen, charmanten, schönen Installationsorten wie dem 50jährigen Rosarium, den Wiesen, den Baumgruppen, den Teichen oder den vielen historischen Gebäuden deutlich, der  die Bilder nicht nur zu einem Genuss, sondern ihre  Verarbeitung auch anstrengend macht.

Doch anmerken ließ sich diese Anstrengung  am nächsten Abend in der Sommerarena Niemand, als unter dem geöffneten Dach dieses traumhaften Operettentheaters bei Vollmond die offizielle Eröffnung von „La Gacilly  Baden Photo“ stattfand. An die 40 Fotografen, viele Medienvertreter, Kunst- und Kulturschaffende sowie Honoratioren aus der Politik waren von den Veranstaltern geladen, das Gelingen eines wahren Mammutprojektes zu feiern, das in seiner Art einzigartig ist. Zwei Männer, wie sie in der Art kaum unterschiedlicher sein können, Lois Lammerhuber, Baden, und Jacques Rocher, La Gacilly , haben gemeinsam das europaweit – und vermutlich auch weltweit – größte europäische Festival für  Fotografie im öffentlichem Raum geschaffen.

Das bretonische Städtchen La Gacilly,  nahm schon länger für sich in Anspruch, gemessen an den Besucherzahlen, das größte Fotofestival Europas für Fotografie auszurichten. Bereits 2003 fand es zum ersten Mal statt und hat sich fortan zu einem Zentrum für die Symbiose von Fotografie, Umwelt und Tourismus entwickelt.  Der Verleger und Fotograf Lois Lammerhuber hat  das Festival nun in seine Heimatstadt Baden bei Wien importiert und auf den kaiserlichen Badeort, wo unter anderen auch Ludwig von Beethoven weilte, übertragen. Das Konzept mutet zunächst ebenso genial wie einfach an. Stets im folgenden Jahr, sollen die Ausstellungen von La Gacilly Photo nun auch in Baden gezeigt werden.

Bei der Eröffnung in der Sommerarena wurde dann auch der Europäische Gedanke der Veranstaltung betont, als Wolfgang Bankl von der Wiener Staatsoper zur großen Begeisterung des Publikums gemeinsam mit den Musikerinnen Michaela Reingruber, Saxophone und Irish Seleljo, Piano, die Ode an die Freude intonierte.  Selten war eine Eröffnungsfeier im Bereich der Kunst kurzweiliger und so  interessant obwohl die üblichen und berechtigten Litaneien der Danksagungen und Grußworte nicht fehlten. Die hatte Lois Lammerhuber, der Director des Festivals in Baden, nämlich in viele kleine, leicht verdauliche Häppchen aufgeteilt. Am Ende standen über 40 Fotografen auf der Bühne, die sich begeistert feierten und vom tosenden Beifall des Publikums feiern ließen.

Die anschließende Backstage Party entwickelte sich zu einem rauschenden Fest, das nach Mitternacht im Festival Hotel Schloss Weikersdorf  weiterging und sich bis in die Morgenstunden ausdehnte.

La Gacilly Photo nimmt für sich in Anspruch das größte Fotofestival Europas zu sein. Dabei ist es völlig überflüssig die Bedeutung dieses Events zu quantifizieren. Jacques Rocher und Lois Lammerhuber, die Söhne von LaGacilly und Baden bei Wien, haben für ihre kleinen Heimatorte jeweils einen Event etabliert, der beiden Weltbedeutung verschafft.

Übrigens die Installationen und Ausstellungen sind noch bis Ende September 2019 zu sehen.

 

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