Panasonic – Ganz schön smart oder das Ende von Master und Slave

Laurant Abadie präsentiert das Eluga Smartphone.

Auf der jährlich stattfindenden Panasonic Convention präsentierte der japanische Elektronik-Konzern seine Produkte und Strategien für die Zukunft. In diesem Jahr veranstaltete das Unternehmen den Kongress anlässlich seiner 50jährigen Präsenz in Deutschland in Hamburg. Als die wichtigsten Trends der Unternehmensstrategie waren der Ausbau intelligenter Verbindungen aller Geräte untereinander, die Wiedereinführung von Mobiltelefonen in Europa und das Ziel bis 2018 die Nr. 1 im Bereich grüner Technologien zu werden.

Die Industrie glaubt offensichtlich in dem Begriff  “Smart”, das Zauberwort für eine erfolgreiche Zukunft gefunden zu haben. Jedenfalls kommt kaum ein Produkt mehr auf den Markt, das nicht in irgendeiner Form von sich behauptet Smart zu sein.  Spätestens der Siegeszug des Smartphones hat bewirkt, dass ohne das Wörtchen “smart” gar nichts mehr geht.

 Hoffnungsträger für die Entwicklung neuer Märkte ist angesichts der schrumpfenden Gewinne bei den TV-Geräten  das auf der Convention vorgestellte Smartphone Eluga und der Wiedereinstieg von Panasonic in den Handy-Markt. Rund 15 Millionen Smartphones möchte der Elektronik-Riese bis 2016 weltweit verkaufen. Im Einführungsjahr plant man allein in Europa den Verkauf von 1,5 Millionen Smartphones.

Wasserfest und staubdicht: Das Eluga Smartphone von Panasonic
mit 8 MPix-Kamera.

Vieles spricht dafür, dass das Eluga ein Erfolg wird: Superflaches Design, wasserfest und staubgeschützt, großes, helles Display und eine 8 Megapixelkamera. Selbstverständlich soll es auch reibungslos mit den neuen Smart -TV-Geräten von Panasonic kommunizieren, z.B. als zusätzliche Fernbedienung oder zum ‘Streamen’ von Fotos und Videos auf den Fernseher. Bei Panasonics Audio-Geräten setzt man zur Zeit noch auf die Kompatibilität zum iPhone. Die (zusätzliche?) Verbindung zum eigenen Android Smartphone sei aber laut Aussage von Mitarbeitern nur eine Frage der Zeit. Ein eigner Multimediaplayer in iPad ähnlichem Tablet-Look war auch schon auf der Convention zu sehen.

Laurent Abadie, Präsident Panasonic Europa, berichtet über Erreichtes und Ziele des Unternehmens 2012. 

Die größte Fläche und auch thematisch den größten Raum nahmen die neuen Smart-TV-Geräte der Viera Serie ein. Konnektivität und schmales, minimalistisches Design waren die herausragenden Merkmale. Die Einbindung des Fernsehers in das Heimnetzwerk, die kabellose Verbindung von Zuspielgeräten, Internetzugang und die Ausgabe oder der Empfang von Programmen und Inhalten von und zu anderen Geräten, die Möglichkeit von Videotelefonaten über Skype sind attraktive Ausstattungsmerkmale und Funktkionen für die jüngste Generation der Viera Smart TV-Linie.

Energie-Effizienz gehört zu den Hauptzielen der Entwicklung bei Panasonic. 

Im Jahr der Olympischen Spiel in London und der Europa Fußballmeisterschaft hofft man auf ein gutes Jahr für großformatige TV-Geräte und Heimkinoprojektoren. Auch das neue Flaggschiff im Heimkinobereich, der Projektor verdient durchaus das auch das  ”Smart”-Etikett.  Das Besondere: Das Gerät passt Weißabgleich und Helligkeit über eine intelligente Sensortechnik automatisch den Raumgegebenheiten an. 

Überraschenderweise wurde neben den bereits bekannten Neuheiten im Segment der Digitalkameras nichts Neues gezeigt. Allerdings wurde – wie schon auf der IFA im letzten Jahr nochmals auf die bevorstehende Erweiterung des Objektivprogramms für das G-System verwiesen. Gezeigt wurden erneut die Designstudien zu dem 12-35 mm und 35-100 mm Zooms. Allerdings noch immer ohne nähere Angaben zu den Spezifikationen.

 

Design-Studie für eine Action-Cam von Panasonic.

Ebenfalls als Designstudie zeigte Panasonic eine Kamera, die sich wie eine Brille tragen lässt und das Filmen und Fotografieren aus subjektiver Perspektive des Handelnden ermöglichen soll. Allerdings sind sich die Entwickler noch nicht sicher, ob sie ein Outdoor-Actrion Cam System oder nur eine Indoor-Spaßkamera Variante daraus machen wollen. Warum eigentlich nicht Beides? Action Cams sind absolut im Trend.

Aber auch  ‘smarte’ und energieeffiziente Kühlschränke, Waschmaschinen, Staubsager, Microwellen-Geräte, Elektro-Rasierer oder  Mundhygiene-Artikel wurden präsentiert, die vor allem auf Effizienz und Umweltverträglichkeit konzipiert wurden.

Der Traum vom Fernseher als Unterhaltungs- und Informationszentrum verblasst. Naht das Ende der Master- und Slave-Geräte?

Die umfangreiche Präsentation der vielen, unterschiedlichen Produktkategorien von Panasonic unter dem Motto “ideas for life” demonstrierte die gewaltige Breite des Know Hows des Konzern im Bereich technischer Produkte. Es zeigte aber auch wie unterschiedliche Produktkategorien durch Synergien von einander profitieren und Entwicklungen sich befruchten.

 Für die Entwicklung in der Unterhaltungselektronik brachte es Paul Gray von DisplaySearch in seiner Key Note auf den Punkt. Er wies darauf hin, dass die Geräte – mobil oder stationär immer eigenständiger würden. Ihre Kommunikationsmöglichkeiten werden aber immer umfangreicher. Dadurch wäre kein zentrales Steuergerät mehr nötig. Die Ära von Master und Slave neige sich auch in der Unterhaltungstechnik ihren Ende zu.

This entry was posted in News. Bookmark the permalink.