Robert Franks Lebenswerk: Zum 90. Geburtstag weltweit von der Rolle

 

Ausstellung Robert Frank, Books and Films 1947-2014

Gerhard Steidl,  die Süddeutsche Zeitung und die Akademie der bildenden Künste München haben dem großen Fotografen Robert Frank zu seinem  90. Geburtstag ein besonderes Geschenk gemacht. Eine gewaltige Retrospektive seines Lebenswerks, gedruckt auf Zeitungspapier, von der nichts übrig bleibt und die für ihre  50 weiteren Stationen jedes mal wieder auf neuen Bahnen gedruckt und zusammengestellt wird.

Die Ausrichter und Kuratoren der Robert Frank Geburtstags-Show haben aus der Not eine Tugend gemacht: Die Vintage Prints des Fotografen zählen zu den teuersten Fotografien der Welt. Sie schlummern in Sammlungen und Museen und sind – weil ihr Urheber sie zum Teil bei der Ausarbeitung nur nachlässig fixierte – hochempfindlich gegen Tageslicht, so dass sie nur  in abgedunkelten Räumen und auch dort nur für kurze Zeit gezeigt werden können. Da bei den Museen demnach weder Interesse bestand eine große Wanderausstellung zu Ehren Robert Franks zu unterstützen, es zudem aus konservatorischen Gründen sich auch sehr schwierig realisieren ließe überzeugten die Süddeutsche Zeitung und Gerhard Steidl, der langjährige Verleger des Fotografen, eine neue Ausstellungsform, ähnlich einer Wandzeitung zu gestalten und diese nicht im Museum oder in einer Galerie, sondern im Foyer der Münchner Kunstakademie zu präsentieren,  dort wo Künstler ausgebildet werden, wo neue Trends entstehen, wo Menschen zusammenkommen um zu lernen, wie sie mit ihren Werken und Ideen vielleicht einmal die Weltöffentlichkeit begeistern oder auch schocken können.

 

Robert Frank, Books and Films - 1947 -2014

Der in der Zürich geborene, amerikanische Fotograf Robert Frank hat beides. Doch vor allem hat er zu Beginn seiner Karriere die Amerikaner geschockt und begeistert. Der Anhänger der Beatnik Bewegung und enger Freund des Protagonisten und Wortführers der Beatniks Jack Kerouac hatte mit seinen durch ein Stipendium der Guggenheim Stiftung erstellten, kritischen Fotografien amerikanischer Bürger eine Protestwelle im Land ausgelöst. Von den rund 27.000 Fotografien, die er für dieses Projekt aufgenommen hatte, fanden nur an die 80 in seinem ersten. 1958 von Robert Delpire gestalteten und in Frankreich erschienenen Buch “Les Americains” Platz.  Jack Kerouac schrieb dazu das Vorwort. Erst nach dem großen Erfolg  dieses Buches in Frankreich, wurde es ein Jahr später auch in einer englischsprachigen Ausgabe  veröffentlicht.

 

Robert Frank, Books and Films 1947 - 2014

Seit Ende der 80er Jahre arbeitet Gerhard Steidl, Inhaber des Steidl Verlages, der Lieblingsadresse zahlreicher berühmter Fotokünstler, mit Robert Frank zusammen und veröffentlichte viele seiner Bildbände. die Münchner Ausstellung versammelt nicht nur Fotos aus dem gesamten Schaffen Robert Franks von 1947 bis 2014 sondern zeigt auch viele seiner Bücher und Filme. Ihr offizieller Titel: Robert Frank - Books and Films, 1947 -2014.

 

Steidl hat die Filme von Robert Frank digitalisieren und zum Teil auch wiederherstellen lassen. sie laufen als Endlosschleife auf einem Monitor und auf einer Leinwand im Auditorium der Akademie. Noch nicht dabei, der legendäre, unveröffentlichte Film  Cocksucker Blues über die Amerika-Tournee der Rolling Stones 1972, der übrigens auch von Steidl digitalisiert wurde und wohl auch demnächst zusehen sein wird.

Ausstellung Robert Frank, Books and Films 1947 - 2014

Die Ausstellung über das Lebenswerk von Robert Frank in der Akademie der bildenden Künste in München läuft noch bis zum 21. Dezember 2014. Sie ist täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Ihre nächste Station ist das Folkwang Museum in Essen. Auch dort hat man sich etwas Neues im Sinne von Robert Frank einfallen lassen. Diesmal werden die Zeitungspapierbahnen die sonst leeren Gänge des Museums zieren. Eine akademische Ausstellung mit den klassischen Prints des Fotografen läuft  noch bis zum 5. Januar 2015 im Cantor Arts Center auf dem Campus der Stanford University in Kalifornien, USA. die dort gezeigten Silber Gelatine Prints stammen zum größten Teil aus der Sammlung des Cantor Art Centers selbst, sowie zahlreichen Leihgaben von privaten Sammlungen, vom Museum of Modern Art, New York sowie von Robert Frank selbst

 

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